Filmtipp: Im Wald der wilden Bienen

Foto: arte.tv

Die wilde Honigbiene kämpft gegen Wespen und aggressive Schmetterlinge und fällt allerhand Räubern zum Opfer. Ein natürlicher Kreislauf. Sie ist auf Spechte und deren Höhlen angewiesen, und von ihr wiederum profitiert eine Reihe anderer Waldbewohner. Die wilden Honigbienen bestäuben nicht nur Millionen von Blüten, sondern werden auch zu Millionen gefressen.
Die Dokumentation "Im Wald der wilden Bienen", zu sehen in der Arte-Mediathek, zeigt das Leben wild lebender Honigbienen, wie sie seit Urzeiten ohne Imker in unseren Wäldern auskommen. Ein Leben in enger Verbindung mit Vögeln, Fledermäusen, Insekten, Bäumen, Blütenpflanzen und vielen anderen. Der vielfach preisgekrönte Filmemacher Jan Haft führt uns mit seiner Dokumentation vor Augen, was wir gewinnen, wenn wir den wilden Honigbienen wieder einen Platz in unseren Wäldern einräumen.
Auch wenn vielleicht manches etwas vereinfacht ist, ist diese Dokumentation mit sehr schönen Aufnahmen interessant und sehenswert.

Foto: Ulmer-Verlag

Wer mehr über das Leben der wilden Honigbienen erfahren will, kann auch zum neuen Buch des amerikanischen Bienenforschers Prof. Thomas D. Seeley mit dem Titel "Das Leben wilder Bienen" greifen. Wie kann es sein, dass auch in unseren Wäldern wildlebende Honigbienenvölker überleben – unabhängig von der Betreuung durch einen Imker? Dieser Frage geht Seeley nach. Er untersuchte für dieses Buch die Nestarchitektur wilder Honigbienen, ihre Futterplätze, das Paarungssystem sowie ihre Resistenz gegen Krankheiten und zeigt die Unterschiede zu bewirtschafteten Bienenvölkern auf. Wie können Imker, Bienenhalter und Insektenfreunde dieses wachsende Wissen über wilde Honigbienen nutzen? Und wie können die großen Lücken im Leben wildlebender und gemanagter Honigbienen überwunden werden? Ein Buch mit vielen Fragen – und vielen Antworten.
Thomas D. Seeley ist Verhaltensbiologe, Imker und Professor an der Cornell University. Er ist einer der bekanntesten Bienenforscher weltweit. Seine mehrfach ausgezeichneten Forschungsschwerpunkte sind das Nistverhalten der Honigbienen und die Schwarmintelligenz.
Einen Vortrag zum Thema finden Sie auch unter Dokumente.

Aktuell: Amerikanische Faulbrut in Spandau

Tierseuchenrechtliche Allgemeinverfügung des Bezirksamtes Spandau von Berlin zum Schutz gegen die Amerikanische Faulbrut vom 25.06.2021

A — Erklärung eines Gebietes zum Sperrbezirk nach amtlicher Feststellung der Amerikanischen Faulbrut

Am 24.06.2021 wurde die Amerikanische Faulbrut in einem Bienenstand im Bezirk Spandau amtlich festgestellt.
Das nachfolgend bestimmte Gebiet um den Standort des Bienenstandes wird zum Sperrbezirk erklärt:

  • Norden
    Bullengraben bis Havel
  • Osten
    Havel
  • Süden
    Grillensteig, Graben E, Maximilian-Kolbe-Straße
  • Westen
    B2/Potsdamer Chaussee, ehemaliger Grenzweg, Heerstraße Nr. 529, Ramingraben, Amalienhofgraben

Bild des Monats

Wärmebild einer Einraumbeute
Foto: Frank Soukup

Was machen die Bienen im Winter?

Sobald die Temperaturen unter 10°C sinken, ziehen sich die Bienen auf den Waben zur Wintertraube zusammen. Solange sie noch Brut haben, halten sie die Temperatur auf 35°C - unabhängig von der Außentemperatur. Ist keine Brut vorhanden, halten sie die Temperatur knapp über 10°C, der Temperatur, bei der Bienen steif werden und sterben. Alle paar Tage wird die Wintertraube - und damit auch der Honig - für einen Tag auf etwa 20 bis 30°C hochgeheizt, denn zehn Grad kalten Honig schlürft man einfach nicht so gut. Um die Energie für diese Leistung aufzubringen, haben die Bienen das Jahr über Nektar gesammelt, zu Honig verarbeitet und eingelagert.
Auf dem Wärmebild einer Einraumbeute kann man deutlich den Sitz der Bienentraube erkennen (rote Färbung). Man sieht aber auch, dass ein Teil der Wärme, die die Bienen erzeugen, nach draußen entweicht. Allerdings liegt die Temperatur an der vier Zentimeter dicken Außenwand in Höhe des Bienensitzes bei nur 4,4°C. Die Lufttemperatur betrug ca. 2°C. Von den 35°C, die in der Bienentraube herrschen (es ist noch Brut vorhanden), kommt draußen also nicht allzu viel an; die Außenwand ist gegenüber der Lufttemperatur gerade einmal knapp 3°K wärmer. Aus dem Flugloch entweicht gar keine Wärme. Der kälteste Bereich ist mit -2°C der Schnee auf dem Dach der Beute.

Der Imkerverein Spandau e.V. wünscht einen guten Start ins Jahr 2022!

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