Aktuell

Bienen in der Bezirksverordnetenversammlung

Die SPD-Fraktion der Bezirksverordnetenversammlung Spandau hat im Ausschuss für Umwelt und Naturschutz einen Antrag zur Förderung der Ansiedlung von Bienenvölkern in Spandau gestellt. Dieser wurde in der Sitzung am 19. April 2017 beraten.

Antrags-Entwurf der SPD-Fraktion: Bienen für Spandau

"Die Bezirksverordnetenversammlung wolle beschließen:
Das Bezirksamt wird beauftragt geeignete Maßnahmen zu ergreifen, die das Ansiedeln von Bienenvölkern in Spandau fördert. Dabei sollen unter anderem:

  1. geeignete Bodenflächen vorbereitet und mit Bienenweiden-Saatgut bepflanzt werden.
  2. Bienenstöcke auf geeignete Flächen (auch Dachflächen) aufgestellt werden.
  3. entsprechende Mittel für die Bodenvorbereitung und die Erstbepflanzung in den Haushalt eingestellt werden.
  4. Anreize geschaffen werden, um weitere Imker nach Spandau zu „locken“.

Berlin, den 20.03.2016
Haß Fraktionsvorsitzender

Begründung:
Spandau ist ein grüner Bezirk und braucht mehr Bienen. Der dramatische Rückgang der Bienenbestände ist beunruhigend. Mehr als die Hälfte der 561 Wildbienen-Arten, die in Deutschland leben, gelten als gefährdet. Jedes Grundschulkind lernt, dass ohne Bienen, die meisten Pflanzen nicht bestäubt werden und sich somit nicht vermehren können. Mit einfachen technischen Möglichkeiten, und ohne großen Arbeitsaufwand ist es heutzutage möglich, Bienen zu züchten und dabei Stadtnatur erfahrbarer zu machen. z.B. In bezirklichen Grünanlagen vermehrt Blumen und Obstbäume zu Pflanzen. Oder auch vermehrt Bienenstöcke auf Dächern von Gebäuden aufzustellen, die ggf. von ehrenamtlichen Hobbyimkern betreut werden können."

Die Vorsitzenden unseres Imkervereins wurden kurzfristig gebeten, an der Sitzung des Ausschusses Umwelt und Naturschutz am Mittwoch, 19.04., um 17 Uhr teilzunehmen. Rederecht wurde eingeräumt.
Nach Beratung mit einigen Vereinsmitgliedern hat der Vereinsvorsitzende, Franz Plehn, einen Alternativantrag formuliert und diesen während der Ausschusssitzung vorgestellt und kommentiert.

Alternativer Antrag des Imkervereins Spandau

"Das Bezirksamt wird beauftragt, geeignete Maßnahmen zu ergreifen, die das Überleben und den Fortbestand von Honigbienen und Wildbienen begünstigen. Dabei geht es unter anderem:

  1. Um die Förderung von Bienenweidepflanzen durch Anlage von Blumenwiesen und Anpflanzung von nektar- und pollenreichen Sträuchern und Bäumen.
  2. Dazu sind entsprechende Mittel für die Bodenvorbereitung und Erstbepflanzung in den Haushalt einzustellen.
  3. Das Bezirksamt stellt geeignete Flächen zur Verfügung, um das Aufstellen von Bienenvölkern zu erleichtern. Dabei soll es sich um abschließbare Orte handeln, die auch Unterstellmöglichkeiten für imkerliche Gerätschaften vorsieht.
  4. Das Halten von Bienen ist für die Imker eine kostspielige Angelegenheit. Daher sollten Fördermittel für Anschaffungen, die jährlichen Futterkranzproben und für amtsärztliche Dienste (Gesundheitszeugnisse) eingestellt werden.
  5. Der Bezirk fördert die Zusammenarbeit zwischen den organisierten Imkern und Schulen, wie es sie bereits in den Schulumweltzentren gibt und in der Waldimkerei in Kooperation mit dem Forstamt und dem Spandauer Imkerverein im Aufbau ist.
  6. Die Ausbildung von einigen Lehrern zu Imkern, um an Schulen Bienen zu halten, ist zu unterstützen (Stunden), auch durch Sachmittel.

Begründung:
Spandau ist ein grüner Bezirk und es gibt genügend Honigbienen (ca.10 Völker pro km² ) bei Abzug der Wald- und Wasserflächen. Diese werde von etwa 140 Hobbyimkern behütet, davon sind derzeit 86 organisiert. Um diese Bienendichte zu halten, ist die Schaffung und Erhaltung bisheriger Grünflächen und ihre bienenfreundliche Bepflanzung unumgänglich. Spezielle Lebensräume für Wildbienen sind bei zukünftigen Planungen zu berücksichtigen (z.B. Neugestaltung des Gutsparks Neu-Kladow). Ein Zuzug von auswärtigen Imkern, vor allem zur Zeit der Lindenblüte, sollte z.B. wegen gesundheitlicher Risiken und zu hoher Bienendichte in manchen Regionen, nicht gefördert werden."

Die weitere Debatte und die Abstimmung wurden vertagt, um den Wortlaut des ursprünglichen Antrags mit dem Experten zu überarbeiten.
Über die Sitzung hat das Spandauer Volksblatt berichtet.

Neuer Antrag der SPD-Fraktion

Inzwischen hat die SPD-Fraktion folgenden neuen Antrag formuliert:
"Die BVV wolle beschließen:
Das Bezirksamt wird beauftragt Maßnahmen zu prüfen, die das Überleben und den Fortbestand von Wildbienen und Honigbienen fördern.
Im Einzelnen sollen folgende Maßnahmen geprüft und nach Möglichkeit realisiert werden:

  • Im Rahmen der Haushaltswirtschaft sollen auf geeigneten Bodenflächen Bienenweiden- Saatgut zur Aussaat gebracht, Blumenwiesen angelegt und die Pflanzung von nektar- und pollenreichen Sträuchern und Bäumen bevorzugt werden.
  • Das Aufstellen von Bienenvölkern soll auf geeigneten Flächen gefördert werden.
  • Die bisherige Zusammenarbeit mit im Bezirk aktiven und organisierten Imkern soll intensiviert werden. Dabei sollen insbesondere die Bemühungen zur Bekämpfung von Seuchen unterstützt werden.
  • ie Zusammenarbeit mit den Spandauer Schulen und den Schulumweltzentren sowie den in Spandau aktiven und organisierten Imkern (Imkerverein Spandau) soll nach dem Vorbild der Waldimkerei Gatow nach den Möglichkeiten der Haushaltswirtschaft intensiviert werden. Dabei soll das Halten von Bienenvölkern an Schulen ausgebaut werden und interessierten Lehrerinnen und Lehrern die Möglichkeit zu einer entsprechenden Ausbildung gegeben werden.
  • Pestizide wie die Neonikotiniden und Glyphosat sollen auf bezirkseigenen und nach Möglichkeit auf allen anderen öffentlichen und privaten Flächen nicht mehr verwendet werden."