Bienenweide

Was die Wiese für die Kühe ist, sind nektar- und pollenspendende Blütenpflanzen für die Bienen. Die Bienenweide ist die Nahrungsquelle der Bienen; Nektar liefert Kohlenhydrate, Pollen Eiweiß und Fett.
Der Wert der Pflanzen für die Bienen wird, getrennt für Nektar und Pollen, in folgende Gruppen klassifiziert: 0=schlecht, 1=gering, 2=mittel, 3=gut, 4=sehr gut. Zu den guten und sehr guten Nektar- und Pollenspendern gehören unter anderem Raps (Brassica napus), die Esparsette (Onobrychis viciifolia), der Weißklee (Trifolium repens), Bienenfreund oder Büschelschön (Phacelia), der Steinklee (Melilotus), Buchweizen (Fagopyrum), Weiden (Salix), Ahorn (Acer), Kirsche (Prunus), Apfel (Malus domestica), Himbeere (Rubus idaeus), Zwergmispel (Cotoneaster) und Euodia (Tetradium daniellii).
Auf dieser Seite gibt es jahreszeitliche Tipps, was jeder, ob im Garten oder auf dem Balkon, für die Nahrung der Bienen tun kann.
Der Bienenweide-Obmann

März - September: Phacelia

PhaceliaPhacelia tanacetifolia (Rainfarnblättriges Büschelschön, Bienenfreund) ist von Juni bis September eine sehr gute Bienenweide mit einem Nektarwert von 4 und einem Pollenwert von 3. Phacelia kann von März bis September gesät werden. Wenn Sie z.B. alle 14 Tage nachsäen, blüht die Phacelia ohne Unterbrechung bis in den September. Aussaat im September keimt im darauf folgenden Frühjahr.
An sonnigen Standorten gedeiht der Bienenfreund besonders gut. Ansonsten sind Phacelien unkompliziert und wachsen in trockenen, durchlässigen Böden, aber auch in feuchten. Durch ihr tiefes Wurzelwerk lockern sie den Boden auf und machen ihn gut durchlässig. Düngen und gießen ist selten erforderlich, nur wenn sie im Blumenbeet als Zierpflanzen gehalten werden.
Bitte nicht mehr als vier Gramm pro Quadratmeter aussäen, da sich die Pflanzen sonst gegenseitig behindern.
Phacelia ist eine Gründüngungs-Pflanze, sie wirkt sich also positiv auf den Boden aus.
Phacelia ist nicht winterhart. Sie erfriert bei den ersten Herbstfrösten, ab -5 °C, und bleibt dann bis zum Frühjahr auf den Beeten als Mulch liegen. Dies schützt den Boden vor dem Austrocknen und im Frühjahr kann direkt in den Mulch gesät und gepflanzt werden. Die Wurzeln der Phacelia verrotten im Boden und geben ihre gesammelten Nährstoffe an die Folgepflanzen ab. Daher muss der Bienenfreund weder abgeschnitten noch gegen Frost geschützt werden.
Höhe: 50 - 100 cm
Blütenfarbe: blau bis violett
Pollenfarbe: dunkelgraublau

Weitere jahreszeitliche Tipps finden Sie hier.


Literatur

Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL): Bienenfreundliche Pflanzen für Balkon und Garten - Das Pflanzenlexikon der Bienen-App
Die Bienen-App des BMEL verfügt über ein Lexikon mit über 100 bienenfreundlichen Pflanzen, in dem über verschiedene Merkmale wie Blütenfarbe, Blühzeit oder den besten Standort der Pflanzen informiert wird.
BMEL, 16 Seiten, kostenlos, auch als PDF-Dokument verfügbar
Bestell-Nr: BMEL14018
www.bmel.de/SharedDocs/Downloads/Broschueren/Bienenlexikon.html
Deutsches Bienenjournal: Spezial Bienengarten
Deutscher Bauernverlag, 52 Seiten, 4,50 €
Bestellnr. 14016
Fitter, Richard; Fitter, Alastair; Blamey, Majorie: Pareys Blumenbuch
Beschreibung von über 2500 europäischen Wildblumen-Arten
Kosmos-Verlag, 356 Seiten, 19,95 €
ISBN 978-3440111895
Frings, Maike: Der Mayener Bienengarten
Viele Tipps für die bienenfreundliche Gestaltung von Hausgärten und öffentlichen Flächen. Beginnend bei der Bodenvorbereitung, über die Pflanzenauswahl und ihrer Kombination in verschiedenen Gestaltungsbereichen bis hin zu fast einhundert Pflanzenportraits mit ihrem Nährwert für Bienen
Bestellung beim Fachzentrum für Bienen und Imkerei in Mayen
152 Seiten, 6,50 € inkl. Versandkosten
Netzwerk Blühende Landschaft: Wege zu einer blühenden Landschaft
Ein Handbuch für die Gestaltung blühender Landschaften, u.a. mit Listen insektenfreundlicher Pflanzen für Garten und Balkon
Mellifera, 160 Seiten, 14,80 €
ISBN 978-3981466300
Pritsch, Günter: Bienenweide
Porträt von 200 Bienenweidepflanzen, "Trachtfließbänder" mit rund 1000 Pflanzen
Kosmos-Verlag, 168 Seiten, 22,90 €
ISBN 978-3440104811

Bezugsquellen

Wer nicht mit Pestiziden behandelte Pflanzen und Samen kaufen will, sollte sich an die Gärtnerei seines Vertrauens wenden statt zum Baumarkt zu fahren. Befragungen des Bundes für Umwelt- und Naturschutz Deutschland und von Greenpeace haben ergeben, dass viele in Baumärkten verkaufte Pflanzen immer noch mit Pestiziden (z.B. Neonikotinoiden, die als Hauptursache des Bienensterbens gelten, siehe auch Vortrag unter Dokumente) belastet sind.
Ein guter Ort für den Kauf insektenfreundlicher Pflanzen und Sämereien ist der zweimal jährlich stattfindende Staudenmarkt im Berliner Botanischen Garten. Bei über 100 Ständen von Gärtnereien und Baumschulen findet man eine große Auswahl hochwertiger Pflanzen und Samen. Termine finden Sie unter Termine.

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