Bienenweide

Was die Wiese für die Kühe ist, sind nektar- und pollenspendende Blütenpflanzen für die Bienen. Die Bienenweide ist die Nahrungsquelle der Bienen; Nektar liefert Kohlenhydrate, Pollen Eiweiß und Fett.
Der Wert der Pflanzen für die Bienen wird, getrennt für Nektar und Pollen, in folgende Gruppen klassifiziert: 0=schlecht, 1=gering, 2=mittel, 3=gut, 4=sehr gut. Zu den guten und sehr guten Nektar- und Pollenspendern gehören unter anderem Raps (Brassica napus), die Esparsette (Onobrychis viciifolia), der Weißklee (Trifolium repens), Bienenfreund oder Büschelschön (Phacelia), der Steinklee (Melilotus), Buchweizen (Fagopyrum), Weiden (Salix), Ahorn (Acer), Kirsche (Prunus), Apfel (Malus domestica), Himbeere (Rubus idaeus), Zwergmispel (Cotoneaster) und Euodia (Tetradium daniellii).
Auf dieser Seite gibt es jahreszeitliche Tipps, was jeder, ob im Garten oder auf dem Balkon, für die Nahrung der Bienen tun kann.
Der Bienenweide-Obmann

Januar: Silphie

Biene auf SilphieSilphium perfoliatum, die „Durchwachsene Silphie“ oder „Becherpflanze“, ist eine aus Nordamerika stammende, mit den Sonnenblumen verwandte Blütenpflanze (Tribus Heliantheae) mit gelben Blüten. Sie wird ein bis zwei Meter hoch und war schon bei den nordamerikanischen Prärieindianern eine geschätzte Heilpflanze, unter anderem als heilende Wundauflage. In der ehemaligen DDR war sie bei Imkern sehr beliebt, weil sie robust ist und eine lange Blütephase (Mitte Juli bis Mitte September) hat. Der Nektarwert ist 3, der Pollenwert 2, die Pollenhöschenfarbe dunkelgelb. Sie ist auch eine gute Energiepflanze.

Aussaat und Anzucht

Die Silphie ist ein Kaltkeimer. Die Saat muss deshalb vor dem Keimen einen Kälteschock erhalten. Die Saat wird im Winter (ab Januar) in Pflanzschalen in erdfeuchter Anzuchterde flach ausgesät und für min. 4-6 Wochen an einen kalten Ort gestellt. Dieser Ort sollte nicht über einen längeren Zeitraum wärmer als 4°C und regengeschützt sein. Die Erde muss erdfeucht gehalten werden, aber nicht zu nass, dann schimmelt die Saat. Die Pikierschalen evt. mit Pappe abdecken, dann trocknen sie nicht so schnell aus.
Dies geht auch im Kühlschrank. Dazu schichtet man die Saat mit etwas erdfeuchtem (trocken funktioniert nicht) Quarzsand (Anzuchterde geht auch) und lagert sie für ca. 4-6 Wochen bei ca. 2-4°C im Kühlschrank. Danach sät man die Saat flach in Anzuchterde und stellt sie gleich an einen hellen warmen Ort.
Etwa ab Mitte März kommen die Pflanzschalen an einen sonnigen warmen Ort. Vorzugsweise, wenn vorhanden, im Folientunnel oder Gewächshaus. Die kleinen Pflanzen keimen dann ab ca. 15°C in ca. 5-10 Tagen.
Wenn die kleinen Pflanzen sich etwas entwickelt haben, pikiert man sie, wobei der Wurzelhals tief gesetzt werden muss.
Wenn die Pflanzen dann ordentlich Wurzelmasse gebildet haben, werden sie an ihren Standort gepflanzt.
Der optimale Pflanzzeitpunkt ist Ende Mai - Anfang Juni. Pflanzenabstand in der Reihe ca. 50cm, Reihenabstand 50-70 cm. Also ca. vier Pflanzen/qm.
Wichtig ist, die Pflanzen bis zum Reihenschluss frei von Wildkräutern zu halten. Sie tolerieren keine Konkurrenz und kümmern sonst vor sich hin.
Die Silphie ist eine mehrjährige Dauerkultur und liebt stickstoffreiche, frische Böden an sonnigen bis halbschattigen Standorten. Im ersten Jahr bildet sie nur eine Rosette, verdrängt dadurch Konkurrenten und friert im Winter ab. Im 2. Jahr wächst sie dann in die Höhe.
Die Silphie kann auch durch Teilung vermehrt werden.

Weitere jahreszeitliche Tipps finden Sie hier.


Literatur

Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL): Bienenfreundliche Pflanzen für Balkon und Garten - Das Pflanzenlexikon der Bienen-App
Die Bienen-App des BMEL verfügt über ein Lexikon mit über 100 bienenfreundlichen Pflanzen, in dem über verschiedene Merkmale wie Blütenfarbe, Blühzeit oder den besten Standort der Pflanzen informiert wird.
BMEL, 16 Seiten, kostenlos, auch als PDF-Dokument verfügbar
Bestell-Nr: BMEL14018
www.bmel.de/SharedDocs/Downloads/Broschueren/Bienenlexikon.html
Deutsches Bienenjournal: Spezial Bienengarten
Deutscher Bauernverlag, 52 Seiten, 4,50 €
Bestellnr. 14016
Fitter, Richard; Fitter, Alastair; Blamey, Majorie: Pareys Blumenbuch
Beschreibung von über 2500 europäischen Wildblumen-Arten
Kosmos-Verlag, 356 Seiten, 19,95 €
ISBN 978-3440111895
Frings, Maike: Der Mayener Bienengarten
Viele Tipps für die bienenfreundliche Gestaltung von Hausgärten und öffentlichen Flächen. Beginnend bei der Bodenvorbereitung, über die Pflanzenauswahl und ihrer Kombination in verschiedenen Gestaltungsbereichen bis hin zu fast einhundert Pflanzenportraits mit ihrem Nährwert für Bienen
Bestellung beim Fachzentrum für Bienen und Imkerei in Mayen
152 Seiten, 6,50 € inkl. Versandkosten
Netzwerk Blühende Landschaft: Wege zu einer blühenden Landschaft
Ein Handbuch für die Gestaltung blühender Landschaften, u.a. mit Listen insektenfreundlicher Pflanzen für Garten und Balkon
Mellifera, 160 Seiten, 14,80 €
ISBN 978-3981466300
Pritsch, Günter: Bienenweide
Porträt von 200 Bienenweidepflanzen, "Trachtfließbänder" mit rund 1000 Pflanzen
Kosmos-Verlag, 168 Seiten, 22,90 €
ISBN 978-3440104811

Bezugsquellen

Wer nicht mit Pestiziden behandelte Pflanzen und Samen kaufen will, sollte sich an die Gärtnerei seines Vertrauens wenden statt zum Baumarkt zu fahren. Befragungen des Bundes für Umwelt- und Naturschutz Deutschland und von Greenpeace haben ergeben, dass viele in Baumärkten verkaufte Pflanzen immer noch mit Pestiziden (z.B. Neonikotinoiden, die als Hauptursache des Bienensterbens gelten, siehe auch Vortrag unter Dokumente) belastet sind.
Ein guter Ort für den Kauf insektenfreundlicher Pflanzen und Sämereien ist der zweimal jährlich stattfindende Staudenmarkt im Berliner Botanischen Garten. Bei über 100 Ständen von Gärtnereien und Baumschulen findet man eine große Auswahl hochwertiger Pflanzen und Samen. Termine finden Sie unter Termine.

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Gärtnerei Bernhard Keil
Schmidt-Knobelsdorf-Str. 9
13581 Berlin-Wilhelmstadt
Tel. 030 - 362 13 40
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Tel. 030 - 368 92 80
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Isenburger Weg 61
13591 Berlin-Staaken
Tel. 030 - 3 66 96 74